Arbeit, die zu ihrem Leben passt

Entwicklungen in der Pflegebranche

Seit der Covid-19-Pandemie ist der Berufszweig der Pflege mehr denn je in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Corona hat der Politik und den Bürgern und Bürgerinnen schonungslos offenbart, welcher Belastung der Pflegeberuf bereits jahrelang ausgesetzt war. Wir von der jobs in time medical GmbH möchten Ihnen die neusten Entwicklungen in der Pflegebranche, insbesondere in den Jahren 2020 und 2021, aufzeigen.

Die Situation im Pflegeberuf vor dem Ausbruch der Pandemie

Dass die Pflegebranche schon vor dem Ausbruch der Pandemie viel geleistet hat, ist unbestritten. Bereits vor 2020 war der Pflegeberuf durch chronische Überlastung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, mangelhafte Arbeitsbedingungen als auch durch eine unzureichende Vergütung gekennzeichnet. 

So reagierte die Regierung vor Corona

Schon vor Corona waren erste Reformentwürfe bereit zur Abstimmung. Höhere Löhne und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sollten zentrales Thema der tiefgreifenden Neuerungen sein. Die beginnenden Ausbrüche von Infektionen ließen diese allerdings zunächst wieder aus dem Blickfeld verschwinden. Bundesregierung, Bundestag, Wissenschaftler sowie Wissenschaftlerinnen und die Bevölkerung sahen sich mit dem bisher unbekannten Problem der Pandemiebekämpfung konfrontiert.

Der Beginn der Pandemie machte die Öffentlichkeit aufmerksam

Nachdem sich die Ansteckungen und die schweren Verläufe der Infektion mehrten, avancierte der Pflegeberuf in Rekordgeschwindigkeit zur gefragtesten Branche im Kampf gegen Covid-19. Unter zum Großteil fragwürdigen Bedingungen und nur mit spärlicher Schutzausrüstung ausgestattet stellten sich Pfleger und Pflegerinnen der Herausforderung. Gleichzeitig wurde der Ruf nach Reformen in der Pflegebranche lauter. Durch die plötzlich erkannte Notwendigkeit des Berufes traten die mit der Pandemie aufgedeckten Missstände für die Öffentlichkeit immer offensichtlicher in Erscheinung.

Die Pflegebranche während der Corona-Zeit

Um die herausragende Arbeit in der Corona-Pandemie zu würdigen, rollte die Bundesregierung eine Finanzierung aus, die in Form eines Pflegebonus für Pfleger und Pflegerinnen in der Höhe von 1.500 € ausfiel. Dass langfristig gesehen Lob und einmalige Bonuszahlungen keine Lösung sind, sah man schnell ein. Nach langer Vorbereitungszeit und intensiven Diskussionen um die zukünftige Finanzierung, beschloss der Bundestag am 11. Juni 2021 weitreichende Neuerungen in der Pflege.

Pflegebedürftige sollten demnach fortan finanziell entlastet und die Ausbildung zur Pflegekraft finanziell attraktiver gestaltet werden. Des Weiteren sollten Pfleger und Pflegerinnen ein angemesseneres Gehalt für ihre Arbeit erhalten. Ab dem 1. September 2022 soll es zudem nur noch Versorgungsverträgemit Einrichtungen geben, die nach Tarifverträgen oder in vergleichbarer Höhe zahlen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Opposition kritisierte die Neuregelungen bestenfalls als „Reförmchen“. Zwar sind diese Reformen nur ein kleiner Anfang, um die unzureichenden Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche zu korrigieren. Allerdings bedarf es in der Pflege gerade auch dieser langfristig angelegten Neuerungen wie dem Anwerben neuer Auszubildender. Der Pflegeberuf muss sich wieder lohnen. Nur kurzfristige Regelungen und einmalige Sonderzahlungen helfen keiner Pflegekraft und steigern schon gar nicht den Anreiz, einen solchen Beruf zu ergreifen. Es bleibt zu hoffen, dass auch die neue Bundesregierung und der Bundestag aus der Pandemie lernen werden und die Berufsbedingungen mit gezielten Neuerungen weiter attraktiveren.

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